TV Kultur und Kritik
ist im Rahmen einer Übung im Fach Medienwissenschaft an der Universität Regensburg entstanden. Der Blog versammelt Kritiken zu den unterschiedlichsten Facetten der Fernsehkultur, die von arte (Breaking Bad) bis RTLII (Die Geissens) reicht. Ziel ist es eine Kritik zu etablieren, die dem Wesen, der Rezeption und der Faszination für das Format gerecht wird. Wir sind offen für Beiträge, die die Auseinandersetzung mit dem Fernsehen erweitern.

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Freitag, 11. Dezember 2020

Lucifer. Der Teufel in L.A.

von Jaqueline Schüler
Verstoßen von seinem Vater und für alle Ewigkeit als König der Hölle aus dem Himmel verbannt. Dieses Schicksal traf Lucifer Morningstar. Doch der Teufel höchst persönlich lässt sich von Gott nichts vorschreiben. Als es ihm in der Hölle zu langweilig wird, beschließt er, sich eine Auszeit zu nehmen. Dabei landet er in Los Angeles – wo denn auch sonst, als in der Stadt der Engel. Drogen, Partys und Sex sind die drei Hauptbestandteile von Lucifers Leben auf der Erde, zumindest bis er durch einige Zufälle als Berater beim LAPD landet. Dort wird er zum Partner von Detektiv Chloe Decker, mit der er gemeinsam Mordfälle aufklärt.

Unorthodox. Zwischen Tradition und Selbstbestimmung

von Lily-Frances Marsh
Die Netflixserie Unorthodox, geschrieben von Anna Winger und Alexa Karolinski und unter der Regie von Maria Schrader, beruht auf der gleichnamigen Autobiografie von Deborah Feldman. Erschienen ist die aus vier Folgen bestehende Serie 2020. Sie handelt von der Protagonistin Esther, auch Esty genannt, die nach einem Jahr unglücklicher, aber vor allem kinderloser Ehe aus der Gemeinde ultraorthodoxer Juden in Williamsburg, New York, nach Berlin flieht. Ausgerechnet in die Hauptstadt Deutschlands, das Land, das an den Juden ein beispielloses Verbrechen verübt hatte. Für die Zuschauer interessant sind zweifelsohne die seltenen Einblicke in die strengreligiöse Gemeinde und das Leben der Frauen dort. In Berlin begleitet die Serie Esty auf ihrer Reise der Selbstfindung, in der schließlich all ihre bisherigen Ideologien und Normen über den Haufen geworfen werden.

Montag, 31. August 2020

Suits – Recht vs. Gerechtigkeit

von Sophia Hadamek
Die besondere Freundschaft des Fahrradkuriers Mike Ross und dem Star-Anwalt Harvey Specter beginnt in einem Bewerbungsgespräch, in dem Mike mit einem Koffer voller Marihuana in der Hand aus versehen landet. Sein großer Traum war es Jura zu studieren und wofür er auch mit seinem fotografischen Gedächtnis die besten Voraussetzungen hat. Jedoch nutzte er dieses, um Testantworten zu verkaufen und ist somit vom College geflogen. Ihm gegenüber steht der beste "Closer" in New York, welcher auf der Suche nach einem neuen Associate ist. Obwohl Mike es deutlich macht, dass er keinen Abschluss hat, schafft er es gekonnt, Harvey zu überzeugen ihn dennoch einzustellen. Statt T-Shirt und Jeans taucht Mike nun in die Welt von Tom Ford und Brioni ein. Da er deutlichen Nachholbedarf in Sachen Business Attire hat, kommt es zu einigen Szenen die vor allem für Anzug Liebhaber aber auch für T-Shirt und Jeans Träger lustig sind. In der Anwaltskanzlei "Pearson Hardman" arbeiten ausschließlich Anwälte, die ihre juristische Ausbildung an der Eliteuniversität Harvard abgeschlossen haben. Dies macht den Ausgangskonflikt von Suits aus. Mike muss sich durch den Arbeitsalltag mogeln, ohne dass jemand seinen Schwindel bemerkt.

Dienstag, 21. Juli 2020

Haus des Geldes – vom zuerst geglaubten Serien-Flop bis zur international meistgesehenen nicht-englischsprachigen Serie auf Netflix

von Chiara Giebelen
Die Serie „Haus des Geldes“ist eine spanische Thriller-Drama-Serie. Die von Álex Pina kreiert Serie wurde als erstes 2017 auf Antena 3 ausgestrahlt und hatte anfangs nicht viele Zuschauer. Dies änderte sich jedoch als Netflix die Serie aufkaufte und so für ihre internationale Veröffentlichung eine neue Schnittfassung anfertigte. Somit unterschiedet sich die Episodenzählung gravierend von der Originalausstrahlung auf Antena 3 und wurde außerdem in zwei Staffeln aufgeteilt. Die Serie entpuppte sich zu einem riesen Erfolg, dem alleine es zu verdanken ist, dass eine vierte Staffel gedreht wurde und noch weitere zwei folgen sollen. Außerdem bekam die Serie sogar einen Emmy in der Kategorie beste Dramaserie verliehen.

Scream - eine schaurig schlechte Serienadaption

von Franziska Frank
Als Horror-Fan freut man sich über jegliche auch nur halbwegs vielversprechende Neuerscheinung aus seinem Lieblingsgenre. Daher war die Vorfreude über eine Horror-Serie, welche auf dem Horror-Franchise mit Kultstatus “Scream” basiert, nach diesem benannt wurde und auch noch Wes Craven - der Vater des Klassikers - mit in der Produktion hat, mehr als nur groß. Und die Enttäuschung um so größer. Die Serie bedient sich an Clichés, viele der Charaktere sind nicht überzeugend, sodass man von ihren Emotionen und Leid nicht wirklich gerührt ist und die allgegenwärtigen Lovestories, welche bei allen Hauptfiguren vorhanden sind, zielen hauptsächlich auf ein jüngeres Publikum im Teenageralter ab. Bei uns “alten Hasen” des Horrorgenres sorgen diese Punkte eher für Langeweile.

Donnerstag, 2. Juli 2020

Deutscher - Eine ZDFneo-Serie zeigt das neue Deutschland

von Herbert Schwaab
Zwei nebeneinanderstehende Häuschen in einer Wohnsiedlung irgendwo und überall in Deutschland. Sie werden immer wieder frontal von vorne in einer Einstellung gezeigt, die Symmetrie zwischen den Häusern betont und dadurch die unterschiedlichen Farben der Fassaden und weitere Unterschiede umso stärker herausstellt. Diese Einstellungen sind kunstvoll komponiert und gefilmt, sie bieten so etwas wie kleine Unterbrechungen in dieser eleganten seriellen Produktion. In diesen Häusern wohnen auf der von Zuschauerseite aus gesehenen linken Seite ein linkes Ehepaar, Christoph Schneider, das Klischee eines sozialdemokratischen Lehrers, den es wohl seit den 1980er Jahren nicht mehr so gibt, Eva Schneider, eine Mitarbeiterin in einer Apotheke. Der Sohn David koexistiert mit ihnen in dem Haus, spricht wenig mit ihnen und ist aus irgendeinem Grund sauer auf sie. Leider ist die Serie mit vier Folgen wohl zu kurz, um ums jemals zu erläutern, warum der Sohn so sauer ist. Auf der anderen, der von uns aus rechten Seite, wohnt die andere Familie, der Installateur Frank Pielke, seine Frau Ulrike, die für ihn die Buchhaltung macht. Der Sohn Marvin koexistiert auf eine ähnliche Weise mit ihnen und ist auch sauer, aber hier wissen wir nicht mal genau auf wen, außer dass er einen Konflikt mit den Mitschülern mit migrantischen Hintergrund hat, dessen Ursache wir auch nicht kennen. Vier Folgen reichen wohl nicht, um ums auch das zu erklären. Warum er mit David aus der Nachbarsfamilie so eng befreundet ist, bleibt auch eher im dunkel, wahrscheinlich hat es damit zu tun, dass sie sich in ihrem schweigsamen, apathischen Verhalten und ihrem unbestimmten Sauer sein auf die Eltern einfach sehr ähnlich sind. Die Familie tut selten etwas anderes als im Garten zu grillen, und das begeistert David von nebenan auch sehr. In dieser Serie ist es übrigens immer Sommer, und der macht sich gut im Design der ruhigen Bilder. Und Papa Pielke ist, natürlich als kleiner Selbständiger, nicht unbedingt links.

Fleabag – ein charmanter Einblick in eine überzogene Realität

von Lea-Jasmin Kienle

Die Serie „Fleabag“, nach dem gleichnamigen 1-Person-Theaterstück der Autorin und Schauspielerin Phoebe Waller-Bridge befasst sich gnadenlos ehrlich mit der Geschichte einer jungen Frau (auch gespielt von Waller-Bridge), die trotz Verlusten und unglücklichen Beziehungen versucht, sich durch das Leben in London zu schlagen.
Obwohl diese erste Beschreibung für viele nur nach einer weiteren stereotypischen, unoriginellen Serie klingt, bietet „Fleabag“ doch so viel mehr. Anstatt einer oberflächlichen Storyline, die flache Witze liefert und keine tiefen Einblicke in die Charaktere zeigt, kann diese Serie durch das Gegenteil punkten.

Dienstag, 3. März 2020

Frauen als Zielgruppe einer Bikerserie – unvorstellbar. Oder? (Sons of Anarchy)

von Sophie Irl
„Eine Bikerserie? Das soll mir gefallen?“ ist der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schießt als mein Freund mir einen Vorschlag unterbreitet, um unsere Suche nach einer neuen Serie zu beenden. „Sons of Anarchy“ soll der Nachfolger meiner heiß geliebten Stranger Things - Reihe werden. Ich bin skeptisch, aber lasse mich darauf ein, da es mir an Alternativen mangelt.
Die erste Folge beginnt. Der Motorradclub „Sons of Anarchy“ sitzt in der Kleinstadt Charming, die in der Wüste Kaliforniens liegt. Jax Teller, gespielt von Charlie Hunnam und Clay Morrow (Ron Perlman) ziehen sofort die Aufmerksamkeit auf sich, als das Waffenlager des Clubs von einem rivalisierenden Motorradclub, den Mayans, ausgeraubt wird. Schnell wird klar, Teller und Morrow stellen die Hauptfiguren der Serie dar, die im Jahr 2008 in den USA erstausgestrahlt wurde und inzwischen über 92 Folgen in 7 Staffeln verfügt. Die Produktion von Kurt Sutter wurde im amerikanischen Pay-TV ausgestrahlt und ist heute auf Streamingportalen wie Netflix zu finden.

Der ewige Stenz (Monaco Franze)

von Julia Reuel
Eine Serie über einen 45-Jährigen Münchner Kriminalkommissar. Hört sich ehrlich gesagt recht langweilig an. Wenn man dann auch noch hinzufügt, dass die Serie Anfang der 80er Jahre produziert wurde, also beinahe zwanzig Jahre bevor ich überhaupt geboren wurde, macht es das ganze für die meisten jungen Leute eher noch unattraktiver.
Einen nicht unwichtigen Faktor muss ich aber zu Anfang noch erwähnen, weshalb genau diese Serie seit Jahren unangefochten meine Lieblingsserie ist. Ich bin in München geboren. Selbige Stadt, in der die Serie spielt und aus der auch die Hauptperson kommt. Und zwar kein geringerer als DER „Monaco Franze“. In München ist die Figur des „Monaco Franze“ (übrigens auch der Titel der Serie) mittlerweile zum Kultstatus übergegangen. Es gibt eine sitzende lebensgroße Eisenfigur des Schauspielers in seinem angeblichen Lieblingscafé, passenderweise natürlich das Café Münchner Freiheit in Schwabing. Die Titelmelodie ertönt schon manchmal in Münchens U-Bahnen als Handy Klingelton und einige Zitate aus der Serie werden auch im Münchner Smalltalk heute sehr gerne verwendet. Die Serie hat also das geschafft, wovon viele aufwendig produzierte Serien mittlerweile träumen. Und das mit nur einer Staffel – zehn Folgen á 45 Minuten. Fast vierzig Jahre nach der Erstausstrahlung ist sie ­– zumindest in München– noch in aller Munde und scheint an Popularität eigentlich nur noch dazu zu gewinnen. Wie es um den Bekanntheitsstatus über die Stadtgrenzen hinaus aussieht, kann ich schlecht beurteilen. Der bayrische Dialekt macht die Serie aber wahrscheinlich nicht gerade leicht verständlich für Nicht-Bayern.

Dr. House Schlechter Mensch und brillanter Arzt – eine gute Kombination?

von Frank Zmuda
Doktor Gregory House, wer kennt nicht den humpelnden, immer unrasierten und unfreundlichen Arzt vom Princeton-Plainsboro Krankenhaus mit den Diagnosen für ungewöhnliche bzw. unlösbare Fälle. Mit seiner zynischen Art und seinem genialen Verstand brachte er schon viele zum Lachen oder ließ sie mit einem fragenden Blick zurück. Die Fernsehserie Dr. House hat von 2004 bis 2012 seine zahlreichen Zuschauer mit jeweils einer Staffel pro Jahr und insgesamt 177 Folgen unterhalten. Doch konnte diese auch den Unterhaltungswert über die Zeit hoch halten?

Vom Drogenkurier zum Staranwalt – und das ganz ohne Jura-Studium (Suits)

von Sophie Irl
Eine solche steile Karriere zeigt die Serie „Suits“ und entführt die Zuschauer seit dem Jahr 2011 in die glänzende Welt der Anwälte. Ausgestrahlt wurde diese vom US Kabelsender USA-Network. Anschließend war die Serie ebenfalls auf dem deutschen Sender FOX zu sehen und endete im Januar 2019 mit der finalen 9. Staffel.
„Noch eine Anwalt-Serie?“ ist wohl der erste Gedanke, der sich hier aufdrängt. Jedoch bietet „Suits“ mit den beiden Hauptfiguren Harvey Specter (Gabriel Macht) und Mike Ross (Patrick J. Adams) großen Unterhaltungswert. Specter ist der Staranwalt der renommierten Kanzlei Pearson Hardman und hat wohl noch keinen Fall verloren. So sieht er auch aus. Ein sehr attraktiver Mann im maßgeschneiderten Anzug und einer stets perfekt sitzenden Frisur. Er ist der engste Vertraute von Jessica Pearson, die die Kanzlei über 7 Staffeln hinweg leitet, und wird von allen Kanzleimitgliedern ehrfürchtig behandelt.

MR. CARRINGTON, YOU’RE NOT A STAR - aber doch interessanter als gedacht! - Was die Seifenoper ‚Denver Clan’ und der amerikanische Präsident Donald Trump gemeinsam haben.

von Talena Burger
„You know, I’m automatically attracted to beautiful - I just start kissing them. It’s like a magnet. Just kiss. I don’t even wait. And when you’re a star, they let you do it.You can do anything.“
-DONALD TRUMP
Macht, oder in erster Linie die offensichtliche Demonstration von Macht, dafür steht Donald Trump. Aber nein, hier geht es nicht um den amerikanischen Präsidenten. Hier geht es um Familie Carrington - Parallelen kann man trotzdem mehr als genug finden.

Die fünfte Staffel Black Mirror. Technikritik im Serienformat

von Veronika Dittrich
Seit rund drei Wochen können sich alle Black Mirror Fans über eine neue Staffel freuen. Sie besteht nur aus drei Folgen, hat es aber trotzdem in sich: Serienschöpfer Charlie Brooker versteht es, dystopische Zukunftsaussichten zu ziehen und seine Zuschauer zum Nachdenken zu bringen.
Jede der bisher veröffentlichten 22 Episoden der Anthologie-Serie kann unabhängig voneinander angesehen werden, sie bauen nicht aufeinander auf, die Handlungen finden unabhängig voneinander statt. In jeder Episode werden verschiedene Charaktere geschaffen, die sich in möglichen Szenarien mit fortschrittlicher Technologie behaupten müssen. Die Auswirkungen unseres Medienkonsums sollen so kritisch unter die Lupe genommen werden. Wie sich dieser auf die Menschen auswirkt, wird dabei teils erschreckend, teils belustigend, aber auch brutal porträtiert.

Donnerstag, 27. Februar 2020

Der Masterplan des Professors Ein kritischer Blick auf die Serie „Haus des Geldes“

„Du musst unbedingt Haus des Geldes anschauen!“, „Das ist die beste Serie die ich seit langem gesehen habe.“ Solche und viele weitere Empfehlungen habe ich über lange Zeit hinweg für die Netflix Serie Haus des Geldes bekommen. Trotzdem weigerte ich mich lange, der Serie eine Chance zu geben. Ich dachte lange, sie wäre nur eine weitere Trendserie a la Breaking Bad, wie man sie zu genüge finden kann. Aber da war ich ganz schön schief gewickelt.

Mittwoch, 13. November 2019

Fernsehkritik zu „Two and a Half Men“

von Effi-Patricia Olariu
Jeden Morgen dieselbe Prozedur: Aufstehen, Frühstück, Frauen Saufen und Fußball. Ist das nicht der Traum aller männlichen Tagesabläufe? So oder so ähnlich läuft es Tagein - Tagaus im Bezug auf die beliebteste Sitcom aller Zeiten in Amerika. Und hierbei spreche ich nicht von irgendwelchen nerdigen Bewohnern einer klassischen Männer-WG in Malibu.
Es handelt sich um den geschiedenen, sowie bankrotten Alan, einen Chiropraktiker, seinen herumpubertierenden Sohn Jake, und, wie konnte ich IHN nur vergessen - den reichen Charlie, welcher auch im richtigen Leben“ diesen Namen trägt. Doch was ist es, was diese Männergemeinschaft so besonders macht, dass Amerika den Fernsehschalter nicht mehr umschalten will? Schließlich ist Berta nicht wirklich der beliebteste Hingucker in Sachen Traumfigur, jedoch handelt es sich immer wieder um die taffe Hausfrau, die den Lebensstil der WG zusammen zu regeln scheint.

Mittwoch, 23. Oktober 2019

XOXO, Gossip Girl

von Daniela Olenberg
„Guten Morgen Upper Eastsiders, hier ist Gossip Girl, eure einzig verlässliche Quelle über das skandalöse Leben von Manhattans Elite…“, das ist wohl oder übel fast der häufigste Satz, den ich in meinem Leben in einer Serie gehört hab. Annähernd an die 750-mal, denn ich habe mir die 121 40-minütigen Folgen in 6 Staffeln bereits ganze 6-mal komplett angeschaut. (Wie viel Zeit ich damit schon verloren hab? 121 Folgen*40 Minuten*6 ergibt dann 29.040 Minuten, also ganze 484 Stunden). Demnach kann man natürlich darauf schließen, dass es sich um eine meiner Lieblingsserien handelt.

„In diesem Geschäft ist deine Haltbarkeit begrenzt.“ – Drogen, Kartelle, Geld und Girlbosse

von Daniela Olenberg
Wiedermal auf der Suche nach einer neuen spannenden Serie bei Netflix, auf der man immer herumschwirrt zwischen „das habe ich schon gesehen“ und „ob sich das lohnt“? Genauso ging es mir vor einigen Wochen. Dann bin ich zufällig auf die Serie „Queen of the South“ gestoßen und wie man so will, habe ich mir erstmals den Vorspann auf Netflix angeschaut. Dramatische Musik und eine hübsche Frau mit großer Sonnenbrille und einem schicken, dem Anschein nach teurem, weißen Kleid steigt aus ihrem Helikopter, im Hintergrund vier Bodyguards und eine Frau, die sie begleiten. „Mein Name ist Teresa Mendoza. Ich bin aus Mexiko. Ich wurde arm geboren. Nicht, dass es schlimm wäre. Aber ehrlich, ich war arm. Und ich war reich. Reich ist besser, glaubt mir. Denn jetzt leite ich das größte Drogenimperium der westlichen Hemisphäre.“ Zack Boom überzeugt, ohne lange zu überlegen habe ich der Serie eine Chance gegeben und wie sich am Ende herausgestellt hat - nicht umsonst! Die kann wirklich was. Ein wahrer Fan von „Drogenserien“ war ich selbst nach „Breaking Bad“ nicht, aber diese hat es mir schlichtweg angetan. Aber nochmal von Anfang an: Teresa, eine Geldwechslerin aus Sinaloa verliebt sich in einen Drogendealer, der recht schnell ermordet wird, da er seinen Boss hintergangen hat und nun ist auch Teresa in Gefahr. Ihre einzige Chance in den USA zu überleben, bekommt sie ausgerechnet von der Frau ihres Erzfeindes. Von nun an wird die ganze Geschichte über ihren Aufstieg erzählt - von der Teresita mit einem guten Herzen, die keiner Fliege etwas zuleide tun kann, bis zur kaltblütigen Killerin, aber es hat seine Gründe, ich will ja nicht zu viel verraten!

Donnerstag, 10. Oktober 2019

Fernsehkritik: The Vampire Diaries – hat die menschliche Faszination gegenüber Vampiren jemals ein Ende?

von Veronica Dittrich
Unheimliche Literatur, Film und Fernsehen übte schon immer eine reizvolle Wirkung auf unzählige Leser und Zuschauer aus, die Gefallen am Spiel mit der Angst finden. Im Mittelalter erfuhr die menschliche Freude am Gruseln erstmals eine Blütezeit in Sagen und Legenden, die mit satanischen Kreaturen zur Verkörperung des Bösen besetzt waren. Diese Sehnsucht wurde später auch in der schwarzen Romantik Ende des 18. Jahrhunderts erfüllt. Die sogenannte „Gothic Fiction“ oder Schauerliteratur beschäftigte sich mit der Darstellung des Düsteren und Hässlichen. Stereotypes Personal wie Geister, Dämonen, Zombies, Hexen, Monster oder Vampire und Schauplätze wie Burgen wurden bewusst gewählt, um eine schauerliche Atmosphäre zu schaffen. All diese Darstellungen des Horrors stimmen darin überein, dass eine Komponente des Bösen vorhanden ist, die auf die Figuren einwirkt, und meist in personifizierter Form, als Mensch oder eben als übernatürliche Kreatur, auftritt. Ebendiese Personifikation des Bösen ist ebenfalls in der US-amerikanischen Fernseh-, Netflix- und Amazon Prime Serie „The Vampire Diaries“ zu finden. Vor den Streaming-Diensten wurde die Serie in Deutschland allerdings auf ProSieben und dem Privatsender Sixx ausgestrahlt. Sie besteht aus acht Staffeln und wurde in den Vereinigten Staaten ab 2009 acht Jahre lang gezeigt. Im Folgenden soll eine kurze Kritik über die Serie erstellt werden. In dieser geht es um die junge Schülerin Elena Gilbert, die ihre Eltern bei einem tragischen Autounfall verloren hat. Gerade als sie dabei ist, ihren Verlust zu verarbeiten und ein neues Highschool-Schuljahr zu beginnen, taucht der mysteriöse, gutaussehende neue Schüler Stefan Salvatore auf ihrer Bildfläche auf. Zu ihm fühlt sie sich gleich hingezogen – so scheint er sie und ihre Probleme als Einziger wirklich zu verstehen. Elena findet Stefan tiefgründiger, erwachsener und reifer als seine Altersgenossen – ohne dabei auch nur im Geringsten zu erahnen, dass er ein über 150 Jahre alter, unsterblicher Vampir ist. Und Vampire ernähren sich von Blut – menschlichem Blut.

Mittwoch, 9. Oktober 2019

Ist es das noch wert? – Game of Thrones

von Anja Kurasov
Es dauert manchmal Monate oder gar Jahre bis ich endlich auf die „Das solltest du unbedingt sehen!“ und „Wie, du hast das noch nicht gesehen?“ Kommentare reagiere und mir die Serie, die schon seit Monaten oder gar Jahren vorbei ist, endlich anschaue. Das gleiche hatte ich nun auch mit Game of Thrones. Ja, ich kannte das Ende schon bevor ich mit der Serie angefangen habe, da das Serienfinale alle sozialen Medien in den Wahnsinn getrieben hat. Meine Neugier hat gewonnen. Ich wollte wissen, wieso so viele Leute so wütend waren. Diese Neugier hat sich dann in ein Interesse für die Serie verwandelt – was angefangen hat als Videos auf YouTube, die mir erklärten wieso genau das Ende nun so schlecht war, entwickelte sich langsam zu mehr Interesse an den Charakteren und der Serie.

Brooklyn Nine-Nine: Crime-Comedy mit Tiefe

von Bianca Hampl
Bei einer spontanen Umfrage im Freundeskreis, welche Comedy-Serie ich unbedingt sehen sollte, wurden bekannte Formate wie Modern Family, The Big Bang Theory und Co. genannt. Doch eine Freundin machte mich auf die amerikanische Crime-Comedy Brooklyn Nine-Nine aufmerksam. Von dieser Serie hatten weder ich noch der Rest meiner Freunde, trotz der bereits sechs verfügbaren Staffeln, gehört. Da eine Folge von Brooklyn Nine-Nine aber nur 20 Minuten lang ist, entschloss ich mich, die Zeit zu investieren, um mir meine eigene Meinung zu bilden – und ich wurde nicht enttäuscht!