TV Kultur und Kritik
ist im Rahmen einer Übung im Fach Medienwissenschaft an der Universität Regensburg entstanden. Der Blog versammelt Kritiken zu den unterschiedlichsten Facetten der Fernsehkultur, die von arte (Breaking Bad) bis RTLII (Die Geissens) reicht. Ziel ist es eine Kritik zu etablieren, die dem Wesen, der Rezeption und der Faszination für das Format gerecht wird. Wir sind offen für Beiträge, die die Auseinandersetzung mit dem Fernsehen erweitern.

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Mittwoch, 17. Juni 2020

Gülle, Heringe und die Ostsee - Frontal 21

von Herbert Schwaab
Gibt es etwas, das mehr entspannt, als am Abend Politmagazin zu schauen? Schon der erste Bereicht „Ostsee in Not“ von Frontal 21 vom 16.6.2020 führt uns vor, warum Magazinsendungen immersive Erlebnisse sein können, in die wir uns gut eingebettet fühlen: 
Zunächst sehen wir einen Fischer, der in der Ostsee von heute auf morgen keinen Dorsch mehr fischen darf, aber trotzdem einigermaßen erfolgreich ist, weil er einen großen Schwarm Heringe aufgestöbert hat, den er mit seinen Netzen fangen konnte. Er klagt über Überfischung und Fangverbote, die seine Existenz bedrohen.

Mittwoch, 25. September 2019

Einmal zum Mond und wieder zurück – Leschs Kosmos

von Josefine Montgelas
Als Kind habe ich gerne ab und zu Alpha Centauri geschaut; Ich fand es faszinierend in fremde Welten einzutauchen, von Schwarzen Löchern, Weißen Riesen und Magnetaren zu hören. Dann war lange Pause und ich habe erst vor einiger Zeit wieder von dem Moderator der da-maligen Sendung, Harald Lesch gehört. Er macht jetzt ganz viele verschiedene Sendungen für BR alpha und ZDF, die Namen tragen wie Lesch&Co., Alpha bis Omega, Lesch Zug oder Frag den Lesch. Man könnte leicht den Eindruck bekommen, die gesamte Sparte der Wissenschaftssendungen im Fernsehen würde nur noch von ihm moderiert. Für seine vielseitige Betätigung hat er auch massenhaft Preise erhalten, so zum Beispiel vom Hochbegabten-Verein Mensa. Das alles ist ja schön und gut, aber unter uns gesagt: Mich hat es irgendwann einfach genervt. Brauchen wir denn wirklich einen Märchenonkel, der uns die Welt erklärt, eine Sendung mit der Maus für Erwachsene? Noch dazu ist er ja Professor für Astrophysik und damit meiner Meinung nach nicht für das Luther-Jubiläum oder die Slow-Food-Bewegung zuständig. Für viele Menschen aber eben schon, denn er ist das Gesicht, die Stimme, die ihnen alle wissenschaftlichen Themen auf einfachem Niveau vermittelt.

Donnerstag, 22. August 2019

Die Fahrt ums Überleben- Drive to Survive

von Bjarne Schwebcke
Glühender Asphalt, durchdrehende Reifen, teure Autos, Kollisionen und Überschläge und hitzige Rivalitäten. Als Hauptdarsteller könnte man an Vin Diesel, Paul Walker oder Dwayne Johnson aus Fast and Furious denken. Doch die Hauptakteure heißen Daniel Ricciardo, Sebastian Vettel, Lewis Hamilton und Max Verstappen. Es geht um die teuersten und schnellsten Rennen der Welt. Es geht um die Formel 1. Einem Speedjunkie, dem auch noch ein Flugzeugstart zu langsam ist, kribbelt es beim Gedanken an solche Geschwindigkeiten.
Jedes Jahr werden die Präzisionsinstrumente noch schneller, aerodynamischer, ‚abgespaceter‘. Millimentergenau wird nicht nur an dem Bulliden, sondern auch auf der Strecke gearbeitet. An jeder Millisekunde wird gefeilt. Bis zum absoluten Limit. Aus der Perspektive im Cockpit, wahrlich eine Fahrt die es zu überleben gilt. In einem Formel 1 Auto wirkt des öfteren eine 4- bis 8-fache G-Force auf den Fahrer. Ein Raketenstart mit bis zu 3-facher Erdanziehungskraft ist daneben auch nur eine Lappalie. Fahrer schwärmen es fühle sich an wie Fliegen. Die bangende Mutter von Daniel Ricciardo will nur ein sicheres Rennen. Jede gute Platzierung ist in ihren Augen ein Geschenk. Doch die Netflix Serie zeigt nicht nur wie die Fahrer in der Saison 2018 um ihr eigenes Überleben fahren.

Montag, 4. September 2017

Das Fernsehmagazin für den frühen Vogel. Sat 1 Frühstücksfernsehens

von Johanna Lackermeier 

Das Sat. 1 -Frühstücksfernsehen – ein Fernsehmagazin, welches aufgrund seiner zugegeben doch sehr frühen Sendezeit von 5:30 Uhr bis 10:00 Uhr, wohl jedem Langschläfer kein Begriff ist. Doch möchte man einigen Statistiken Glauben schenken, die sich auf die Einschaltquoten berufen, so handelt es sich beim Frühstücksfernsehen, welches seit etwa 30 Jahren wöchentlich von Montag bis Freitag ausgestrahlt wird, um das beliebteste Morgenmagazin vor „Guten Morgen Deutschland“ (RTL) und dem „ZDF-Morgenmagazin“. 


Montag, 2. März 2015

Das Sat. 1-Frühstücksfernsehen

von Joanne Bramwell


Wie jeden Morgen unter der Woche schalte ich den Fernseher an und frage mich,  wie viele andere und vor allem welche Menschen gerade die gleiche Sendung anschauen wie ich. Ich kenne niemanden in meinem Umfeld, der das „Sat. 1 Frühstücksfernsehen“, das montags bis freitags von 05:30 bis 10:00 Uhr live gesendet wird, ansieht oder es zugeben würde. 2012 feierte das Fernsehmagazin 25-jähriges Bestehen. Doch was macht es aus, dass ich es gleich nach dem Aufstehen, also so etwa um 7 Uhr morgens, bis ich das Haus um ca. 8 Uhr verlasse, anschalte?

Samstag, 28. Februar 2015

Galileo – das ProSieben Wissensmagazin

von Aaron Grassl


„Nicht nur viel, sondern alles wissen!“ Mit diesem Slogan wirbt das Wissensmagazin Galileo, welches sonntags bis freitags um 19.05 Uhr auf ProSieben ausgestrahlt wird. Sieht man davon ab, dass es allumfassendes Wissen nicht gibt (sonst bräuchten wir ja keine Wissenschaft mehr), verspricht die Sendung doch, den Wissenshorizont des Zuschauers erheblich zu erweitern. Die Themen, welche bei Galileo behandelt werden, sind vielfältig. Sie erstrecken sich von „Die richtige Messerwahl“ über „Die gefährlichsten Orte der Welt“ bis „Spektakuläre Männerspielzeuge“.

Mittwoch, 11. Juli 2012

GRIP – Das Motormagazin

von Daniela Härtl

Bei „Grip – Das Motormagazin“ handelt es sich um ein wöchentlich ausgestrahltes Fernsehmagazin, bei dem mit einer guten Mischung aus Humor und Information Tipps und Tricks rund um das Thema Auto gegeben werden. Um alles, was den Zuschauer interessiert unter einen Hut zu bringen, haben sich die Macher des Formats ein tolles Konzept zurechtgelegt. Das Grip-Team besteht aus vier erfahrenen Autofans, von denen jeweils einer sein Fachgebiet vorstellt.

Mittwoch, 7. März 2012

Thommy ohne „Wetten, dass...?“, ist wie „Wetten, dass...?“ ohne Thommy

von Sebastian Leidecker

Lieber Thomas,

Jetzt bist Du alter Hase doch noch einmal aktiv geworden und hast dein Flackschiff „Wetten, dass...?“ verlassen und bist rüber zur ARD.
Wir, also Deine noch übrigen 1,25 Mio Fans hoffen, dass Du dich in Deinem neuen Wohnzimmer-Studio inzwischen schon eingelebt hast.
Da habt ihr Euch was ganz Verrücktes einfallen lassen: Das Büro der Redaktion direkt ins Studio geholt und die Sendung auch noch total interaktiv gestaltet.
Deine Zuschauer können sich nun also über Facebook und Twitter in die Sendung einbringen – und sogar nach der Sendung mit Dir chatten.

„Prominent!“ – Boulevardisierung à la VOX

von Cathrin Schmiegel

„Herzlich Willkommen bei Prominent! Mein Name ist Constanze Rick.“
Mit diesem Satz begrüßt die Fernsehmoderatorin und Kolumnistin die VOX-Zuschauer wochentags um 20 Uhr, sowie dienstags und sonntags zusätzlich um circa 23 Uhr und lädt sie ein, am aktuellen Klatsch über die Welt der Stars und Sternchen teilzunehmen. Seit 2007 läuft das Magazin bereits auf VOX und verdrängte dank der soliden Einschaltquoten die Kochshow „Unter Volldampf“ von seinem Sendeplatz im Vorabendprogramm.

Oh Gott(schalk)! – Eine schwere Aufgabe, und die auch noch „live“.

von Michael Graßl

Gottschalk traut sich was. Er wagt sich sozusagen in die „Todeszone“. Jeden Montag bis Donnerstag von 19:20 Uhr bis 19:50 Uhr. Und er hat sich nichts weiter auf die Fahne geschrieben, als „Direktheit“, Mut und Aktualität. Die ARD setzte auf viel Werbung und Publicity (vor allem im Internet), um seit der Erstausstrahlung am 23.01.2012 die wenigen Menschen, die bereits von der Arbeit zu Hause sind und gekocht und gegessen haben, vor den Bildschirm zu locken. Wenn sie nicht gerade noch die fast parallel laufende Daily-Soap „Gute Zeiten schlechte Zeiten“ eingeschaltet haben. Also wie kann ich trotzdem eine Quote erreichen, die mich zufrieden stellt, in dieser „Todeszone“?

Wissen vor acht - Die Welt erklären in 145 Sekunden

von Julia Kempe
 
"Die Welt erklären in 145 Sekunden" ist die Herausforderung, der sich die ARD montags bis freitags um 19:45 Uhr stellt. Seit 2008 beantwortet hier der Physiker und Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar in gut zwei Minuten Phänomene des Alltags, zum Beispiel weshalb wir Gänsehaut bekommen, was "gefühlte Temperatur" bedeutet oder weshalb der Himmel blau ist. Am Anfang einer jeden Ausstrahlung stellt sich Yogeshwar den Faszinationen des Alltags, indem er entweder eine von der Redaktion ausgearbeitete oder von den Zuschauern eingesendete Frage beantwortet.

Late Night am Vorabend: Gottschalk Live

von Tobias Dirmeier

Gottschalk Live ist ein neues Format des ersten deutschen Fernsehens, das von Montag bis Donnerstag um 19:20 Uhr aus einem Studio im Berliner Humboldt-Carré gesendet wird und am 23. Januar 2012 zum ersten Mal ausgestrahlt wurde. Die halbstündige Sendung ist eine Mischung aus Talkshow und Boulevardmagazin und wird, wie der Titel schon erahnen lässt, von Thomas Gottschalk moderiert. In Gottschalk Live werden Themen behandelt, die laut Gottschalk für die Tagesschau "nicht wichtig genug" sind, welche die Leute aber dennoch interessieren. Gottschalk nimmt in der Sendung u.a. Bezug auf aktuelle Schlagzeilen aus unterschiedlichen Tageszeitungen und Illustrierten, lädt Prominente oder auch unbekannte Leute zum Gespräch ein und macht ab und an Liveschaltungen zu weiteren Gästen. Das Konzept der Sendung ist dabei recht locker gehalten und ähnelt eher dem einer Late Night Show.

Dienstag, 17. Januar 2012

Wissen macht Ah!: „Shary auf der Erbse“

von Verena Blinzler
Wissen macht Ah! ist eine lehrreiche und witzige Kindersendung. In jeder Folge beantworten die Moderatoren Shary Reeves und Ralph Caspers fünf Fragen aus dem Alltag. Das ist nicht die erste Wissenssendung, die Ralph moderiert. An Seite von Christoph Biemann und Armin Maiwald steht er bei der Sendung mit der Maus vor der Kamera. Es gibt aber große Unterschiede zwischen den beiden Sendungen. Während bei der gelben Maus zwischendurch kurze Zeichentrickfilmchen gezeigt werden steht bei Wissen macht Ah! das Klugscheißen an aller erster Stelle. Das ist nur logisch, da das Zielpublikum der Sendung mit der Maus sehr viel jünger ist als bei Wissen macht Ah! – Shary und Ralph schaut man sich nämlich auch gern als erwachsener Klugscheißer an.

Samstag, 11. September 2010

Der Wandel der Fernsehzeitschrift und ihre Bedeutung in der heutigen Zeit oder: Warum immer weniger Movie in der TV Movie steckt

von Sebastian Lauterbach

Wie denkt man über eine Fernsehzeitschrift, die man Zeit seines Lebens zweiwöchentlich nach Hause geliefert bekommt und plötzlich beim Stöbern am Dachboden ein exakt 10 Jahre altes Exemplar in die Finger bekommt? Neben viel Nostalgie macht man sich Gedanken, was sich in der letzten Dekade verändert hat. TV Movie ist die besagte Zeitschrift mit der laut eigenen Angaben ‚Härtesten Filmredaktion Europas‘. Um es vorwegzunehmen: so hart wie sie sich ausgibt, ist sie nicht.

Mittwoch, 1. September 2010

MTV - Tot und lebendig

von Florian Schönsiegel

1981. Am ersten August um Mitternacht nimmt MTV in den USA den Sendebetrieb auf. Es ist der Beginn einer Erfolgsgeschichte. Der Sender wird großartig aufgenommen und in allen Medien gefeiert. Ein Phänomen sei damals geboren worden, MTV sei die TV-gewordene Popkultur oder einfach nur Kult - solche Formulierungen findet man auch heute noch häufig in Artikeln, die sich rückblickend mit dem Thema befassen. MTV wird sogar als so prägend auf die Jugend von damals angesehen, dass man selbst Begriffe wie „die MTV-Generation“ nicht selten vorfindet. Hauptverantwortlich für die immense Popularität MTVs in der Anfangszeit war wohl das Konzept. Hierbei war der Name Programm: „Music Television“ und nichts anderes. Ein Musikvideo folgte auf das andere. Das war einfach, aber das war auch neu und veränderte nicht nur die Musikindustrie sondern hatte auch Einfluss auf die Filmlandschaft. 

Music Television?

von Kristina Rosenberger


Wenn sich 20 junge Frauen um einen 40-jährigen Möchtegern-Ex-HipHop-„Star“ streiten, junge Teenager das gesamte Vermögen ihrer Eltern in ihren 16. Geburtstag stecken und das erste Date bei versteckter Kamera absichtlich zum Desaster wird, dann kann es sich nur um einen Sender handeln, MTV. Der in den 1980er Jahren gegründete Musiksender, mit Sitz in New York, konzentrierte sich zu Beginn hauptsächlich auf die Ausstrahlung von Musikvideos und verhalf dadurch nicht wenigen Künstlern zum internationalen Aufstieg. Man kann sogar sagen, dass die Musikbranche erst mit dem Sendestart von MTV begann Musikclips zu drehen, aufgrund des durchschlagenden Erfolgs und der hohen Nachfrage. Zappt man dagegen heute zufällig auf MTV, ist die Chance eher gering ein Musikvideo zu sehen. Vor allem das Tagesprogramm setzt sich aus einer Aneinanderreihung teilweise vulgärer, sinnloser und immer öfter auch gewaltverherrlichenden Sendungen zusammen, dem sogenannten „Jugendprogramm“. 

Programmzeitschriften – vom Kiosk oder online?

von Anna Chmelicek

Jeder kennt sie. Und immer wieder steht man vor der entscheidenden Frage: Welche Zeitschrift ist die Beste? 1946 gründete die Hörzu die Gattung der wöchentlichen Programmzeitschriften – und seitdem hat sich einiges getan. Mittlerweile stehen dem Käufer allerlei Zeitschriften mit den unterschiedlichsten Formaten, Größen, Farben und Themen zur Verfügung. Und nicht nur auf den ersten Blick scheint die Gestaltung nicht mehr viel mit der ursprünglichen Form der Fernsehzeitschrift zu tun zu haben. Rezepte, Psycho-Tests, Profi-Schminktipps, die schönsten Reiseziele und bewegende Schicksalsschläge zieren nun das Cover der Illustrierten, und auch offenherzig gekleidete Models sind keine Seltenheit mehr. Das TV-Programm rückt als wesentlicher Bestandteil immer mehr in den Hintergrund.