TV Kultur und Kritik
ist im Rahmen einer Übung im Fach Medienwissenschaft an der Universität Regensburg entstanden. Der Blog versammelt Kritiken zu den unterschiedlichsten Facetten der Fernsehkultur, die von arte (Breaking Bad) bis RTLII (Die Geissens) reicht. Ziel ist es eine Kritik zu etablieren, die dem Wesen, der Rezeption und der Faszination für das Format gerecht wird. Wir sind offen für Beiträge, die die Auseinandersetzung mit dem Fernsehen erweitern.

Montag, 13. November 2017

Anne will diskutieren

von Anna-Leandra Fischer

Talkshows gibt es in der heutigen deutschen Fernsehkultur wie Sand am Meer: Hart aber Fair, Maybrit Illner, Maischberger, Markus Lanz. Die Liste könnte schier endlos fortgeführt werden. Zu diesen Formaten zählt auch Anne Will. Die Debattenshow, die jeden Sonntag um 21:45 Uhr eine Stunde Sendezeit – direkt nach dem Tatort – in Beschlag nimmt. In Anbetracht dessen, dass Talkshows eigentlich nie zur Primetime laufen – das Format im Allgemeinen ist dann doch meistens zu seriös und informativ für die breite Zuschauermasse – hat Anne Will eine besonders gute Ausgangslage. Markus Lanz muss sich beispielsweise hingegen mit einem Sendeplatz um 23:15 Uhr begnügen. Was hat die Will was der Lanz nicht hat, könnte man sich nun fragen. Die Frage bleibt offen, die Entscheidungen der großen Medienkonzerne werden hinter verschlossenen Türen ausgetragen. Damit hat sich der Zuschauer schon längst abgefunden.

Californication. Drogen, Sex und Schwarzer Humor

von Kristina Neumüller 

„I probably won’t go down in history, but I will go down on your sister.“ 

Hank Moody - Ein Mann voller Selbstverachtung, Sarkasmus und genialer Schlagfertigkeit, verkörpert durch den „Akte X“-Star David Duchovny als Hauptfigur in der Serie Californication. Der Mittvierziger ist Schriftsteller und lebt in Kalifornien, das hier als glanzvolle Kulisse der Serie dient und einen Blick in die Abgründe von Los Angeles wirft, dem surrealen Drogen-, Sex-, und Hollywood-Wahnsinn. Mittendrin Hank, der weder sich selbst noch sein Leben im Griff hat. Gelangweilt verläuft und verliert er sich in der Belanglosigkeit seines Lebens und betäubt sich mit Drogen aller Art und Sex, der für ihn als bloße Ablenkung dient: „Ich verachte mein Leben, ich verachte mich, aber es macht mir nichts aus“.

Freitag, 10. November 2017

Teen Wolf - Fantasy Action mit Biss

Von Tamara Strempfl

Die jungen Teenager Scott McCall und Stiles Stilinski der Beacon Hills High School wollen eine angebliche Leiche im Nahe gelegenen Wald entdecken, während plötzlich ein Wolf auftaucht und seine Bissspuren auf Scott hinterlässt. In kurzer Zeit entwickelt sein Körper seltsame Fähigkeiten und sein Freund Stiles stellt die Vermutung auf, er habe sich durch den Biss in einen Werwolf verwandelt, was Scott allerdings nicht wahr haben will. Als er sich dann aber bei Vollmond in einen Werwolf verwandelt, besteht kein Zweifel. Die beiden Jungs, die bisher als Außenseiter an ihrer Schule klar kommen mussten, gewinnen schnell an Beliebtheit, da die neuen übernatürlichen Kräfte des Werwolf-Daseins Scott zu dem neuen Lacrosse-Star der Schule machen.

The Handmaid’s Tale – Ein schauderhafter Einblick in ein zukünftiges Amerika

von Julia Hoffmann

Sirenen, eine von Soldaten verfolgte Familie, abgefeuerte Schüsse und eine Mutter, welche gewaltsam von ihrer Tochter getrennt wird. Mit diesen Eindrücken beginnt die 2017 erschienene US- Serie um die Geschichte der jungen Frau June Osborne. In der darauffolgenden Szene wird einem schnell der Titel der Serie bewusst und man erlebt die Protagonistin in ihrem alltäglichen Dasein als Magd. Verwirrung darüber, wie es dazu wohl gekommen sein mag, aber auch Neugier über die plötzlich so altertümlich erscheinende Umgebung schleichen sich beim Zuschauer ein. Man findet die in klassischer Magdkleidung angezogene Hauptdarstellerin in einer Vorstadtidylle wieder, welche an das typische Neuengland um die Jahre um 1800 erinnert.

Promi Shopping Queen - Die alte Idee, aber alles neu!

von Lena Jung

Es ist mal wieder soweit! Es ist Sonntagabend und ich habe nichts Besseres zu tun, als durch das TV-Programm zu zappen und auf etwas Unterhaltung zu hoffen. Etwas Seltenes seitdem RTL und Co. ihr Programm an eine Art Kostensparplan angepasst haben und deswegen auf Billigproduktionen wie Brennpunkt oder Mitten im Leben setzen. Doch Shopping Queen war bisher eine Sendung, die ich immer gerne geschaut habe. Nicht nur weil ich modebegeistert bin, sondern auch weil ich Guidos Kommentare zum Schreien komisch finde.