TV Kultur und Kritik
ist im Rahmen einer Übung im Fach Medienwissenschaft an der Universität Regensburg entstanden. Der Blog versammelt Kritiken zu den unterschiedlichsten Facetten der Fernsehkultur, die von arte (Breaking Bad) bis RTLII (Die Geissens) reicht. Ziel ist es eine Kritik zu etablieren, die dem Wesen, der Rezeption und der Faszination für das Format gerecht wird. Wir sind offen für Beiträge, die die Auseinandersetzung mit dem Fernsehen erweitern.

Freitag, 29. September 2017

The Walking Dead. Zombies übernehmen die Welt

von Tamara Strempfl 

Ein Mann wacht in einem Krankenhaus auf, das wie ausgestorben scheint. Völlig orientierungslos verlässt er das Krankenhaus und bemerkt, dass seine Stadt Atlanta ebenfalls vollkommen ausgestorben ist und die Welt in Schutt und Asche liegt. Er findet eine Leiche, die keine Beine mehr hat, sich aber noch bewegt und die versucht, ihn zu essen. Dies ist die Geschichte des ehemaligen Polizisten Rick Grimes, die den Anfang der Serie The Walking Dead beschreibt. 

Tales from Riverdale

von Susanne Rieger   

"Our story is about a town. A small town. And the people who live in the town. From a distance, it presents itself like so many other small towns all over the world. Safe. Decent. Innocent. Get closer, though, and you start seeing the shadows underneath. The name of our town is Riverdale.“

Mit diesen Worten beginnt die noch ganz neue US-amerikanische Fernsehserie, die den Namen der Stadt trägt, in der sie spielt: Riverdale.

Donnerstag, 14. September 2017

Serial Experiments Lain - Jeder ist verbunden

von Ingo Schermer
Ich muss nicht hierbleiben“, „wenn ich hier bleibe kann ich nie eine Verbindung herstellen“, mit diesen eingeblendeten Sätzen springt in der Animationsserie Serial Experiments Lain ein Mädchen lächelnd von einem Hochhaus. Einige Tage später erhalten alle alten Mitschüler eine E-Mail von ihr, obwohl sie seitdem tot ist. Auch die namensgebende Protagonistin, die extrem introvertierte Schülerin Lain Iwakura erhält diese Mail, in der ihr die Tote mitteilt, dass sie gar nicht tot sei, sie habe lediglich ihren Körper verloren, ihr gehe es gar nicht so schlecht und so könne sie ewig weiterleben, sie lebe nun im „Wired“. Lain, die sich mit Computern nicht so auskennt, versucht nun mehr über das „Wired“ in Erfahrung zu bringen und betritt durch ihren Vater, der sich mit Computern bestens auskennt und ihr das neueste Modell besorgt, selbst das „Wired“. Dies ist ihr erster Kontakt mit dem „Wired“ eine Art Form Virtual Reality auf Internetbasis. Ab diesem Moment versucht Lain immer mehr über das „Wired“ seine Funktion, Organisation, Technik und Regelung in Erfahrung zu bringen. Im Verlauf der Serie werden sich dann aber Realität und Virtualität scheinbar immer ähnlicher, scheinen sich für Lain immer weniger zu unterscheiden und drohen sich vollständig zu vermischen.

Dienstag, 12. September 2017

Naked Attraction: "Bettina, zieh dir bitte etwas an!"

von Patrick Farkas

Therapeuten empfehlen, oft über Dinge zu schreiben, die man schwer verarbeiten kann. Insofern bot sich eine Fernsehkritik zu Naked Attraction geradezu an. Denn im Vergleich wirkt selbst das Dschungelcamp wie ein 5 Sterne Urlaub. RTL 2 bewarb ihre Sendung als „mutiges, soziales Experiment“. In Wahrheit ist es eine Kuppelshow a la Herzblatt, nur auf das Simpelste heruntergebrochen: Auf die Geschlechtsteile! Die Show möchte so beginnen, wie erfolgreiche Dates in der Regel enden: Nackt. Aber mal ganz ehrlich gesagt. Welches Date endet auf einer Bühne, dessen Menschen in billigen Plastiktelefonzellen gesteckt werden, in dem nackige Männlein/Fräulein stehen und inständig hoffen, auserwählt zu werden.

Köln 50667 - Wat is' dat denn?

Von Stefanie Lederer 

Köln 50667 – erstmal nur die schlichte Aneinanderreihung einer deutschen Großstadt und deren Postleitzahl – mehr kann man aus dem Titel der vermeintlich berühmtesten Serie von RTL2 nicht entnehmen. Doch wer sich normalerweise nicht auf diesem Sender aufhält, könnte mit seinen Erwartungen durch den Titel leicht in die Irre geführt werden. Klingt es vielleicht im ersten Moment nach einer Dokumentation über die rheinische Karnevalshochburg oder verspricht man Einblicke in landestypische Panoramen und Sehenswürdigkeiten, oder könnte eventuell diese Sendung auch kulturell informieren? Nein, definitiv nicht. Und diejenigen, die treue Zuschauer dieser Sendung sind und somit wissen, wovon wirklich die Rede ist, werden nach dem vorherigen Satz eventuell geschmunzelt haben. Denn Kenner wissen, dass dieses Formats herzlich wenig mit einer lehrhaften Message zu tun hat oder geschweige denn kulturelle Intentionen beabsichtigt.