TV Kultur und Kritik
ist im Rahmen einer Übung im Fach Medienwissenschaft an der Universität Regensburg entstanden. Der Blog versammelt Kritiken zu den unterschiedlichsten Facetten der Fernsehkultur, die von arte (Breaking Bad) bis RTLII (Die Geissens) reicht. Ziel ist es eine Kritik zu etablieren, die dem Wesen, der Rezeption und der Faszination für das Format gerecht wird. Wir sind offen für Beiträge, die die Auseinandersetzung mit dem Fernsehen erweitern.

Montag, 17. Juli 2017

Traumfrau gesucht – Das Geschäft mit der Liebe und der Verzweiflung


von Laura Frank 

Des einen Freud, des anderen Leid. Diese altbekannte Volksweisheit bekommt eine ganz neue Bedeutung, hat man sie im Hinterkopf während man „Traumfrau gesucht“ sieht.
In der aktuellsten Staffel werden drei Singlemänner bei ihrer Suche im Ausland nach der wahren – oder auch der ersten – Liebe begleitet.
 

Donnerstag, 13. Juli 2017

Germany’s Next Dramaqueen


von Stefanie Lederer

Schon seit mehr als 12 Staffeln versüßt Heidi Klum in unvergleichlich schriller Stimmlage den Zuschauern ihren Donnerstagabend um 20:15 Uhr mit ihrer Castingshow Germany’s Next Topmodel durch Phrasen wie „Und ihr wisst ja: Nur eine kann Germany‘s Next Topmodel werden“ oder „Es tut mir leid, ich habe heute leider kein Foto für dich“. Ihre Mission: jedes Jahr erneut die schönsten Mädchen Deutschlands zu finden und sie vom watschelnden Entlein zu einem grazilen Schwan in der Modeszene zu machen. Neben täglichen Zickereien, endlosen Heulmomenten und unzähligen Intrigen geht es für die Models darum, Woche für Woche neue Challenges, Castings und allem voran die verrücktesten Fotoshootings zu meistern – und alles natürlich zu Heidis Zufriedenheit. Gelingt das einem, erhält man von der Chefjurorin höchstpersönlich das Go für die nächste Runde. Neu ist, dass man die Möglichkeit hat im sogenannten „Shootout“ weiterzukommen, was im ersten Moment besser klingt als rauszufliegen. Doch auch in dieser Woche stehen zwei auserwählte Kontrahentinnen (diesmal Anh und Romina) im direkten Vergleich zueinander, worauf dann zum Schluss doch eine gehen muss.

Dienstag, 4. Juli 2017

„Bridget Jones“ trifft „Scrubs“ – und das im deutschen Fernsehen


von Eileen Osthoff 

2010, ein Tag wie jeder andere. Mein Bruder ruft mich an und fragt mich, ob ich ihm die zweite Staffel von „Doctors Diary“ kaufen und mitbringen kann. Klar, kein Problem, nach der Arbeit gehe ich kurz zu Media Markt. Dort angekommen finde ich aber nur eine deutsche RTL Produktion, auch noch mit dieser grauenhaften Schauspielerin, Diana Amft, auf dem Cover. Das muss ein Irrtum sein. Ich rufe meinen Bruder zurück, um nachzufragen. Ehrlich? RTL? Davon willst DU die zweite Staffel sehen? Oh Gott. Sein Vorschlag mit ihm die erste Folge zu gucken, damit ich mich doch bitte selber überzeugen kann, nehme ich, weniger begeistert, an. Denn ehrlich gesagt sind meine Erwartungen gegenüber der Autorenschaft von GZSZ, Alles was zählt, Schwiegertochter gesucht und Co. nicht allzu hoch.
Wie so oft sollte mein großer Bruder aber Recht behalten.

Montag, 3. Juli 2017

Marco Polo: Game of Thrones in Fernost


von Quirin Hönig

Intrigen, Machtkämpfe und blutige Schlachten – klingt bekannt? Hier ist aber nicht von der gefeierten HBO-Serie Game of Thrones die Rede, sondern von der Netflix-Eigenproduktion Marco Polo aus dem Jahre 2014. Hier wurden weder Kosten noch Mühen gescheut, um den Zuschauer in das China im 13. Jahrhundert zu entführen, an den Hof des legendären Kublai Khan. Obwohl ein historisch umstrittener Reise-Bericht nicht dasselbe wie eine Fantasy-Buchreihe ist, so kann man durchaus sagen, dass die Serie das gleiche Publikum ansprechen will wie auch Thrones.

RTL2 als Fenster zur Welt: Babystation, Teeniemütter und Armes Deutschland


von Herbert Schwaab 

Wenn in einem Dokuformat über sehr junge Eltern ein Paar Angelina und Joel (beide aus Schernbeck, er will den Hauptschulabschluss nachholen) heißt und dann zu einem anderem Paar (Jennifer und Jens aus Apolda, sie langsam, aber bestimmt, er ehr antriebslos, aber lieb) gewechselt wird, deren Kinder Joel und Justin Lukas heißen, scheint klar zu sein, in welcher Welt wir uns bewegen: der Welt von Doku-Soaps, die die untersuchten und dokumentierten Subjekte in den großen Randbezirken der Gesellschaft finden und für unseren faszinierten, aber leicht angeekelten Blick ausstellen. Das Format heißt Teeniemütter, das erstaunlich viele überjunge, überforderte Mütter und Väter findet und uns zeigt. Die schwangere Angelina ist 15, Jennifer ist 19 und hat bereits ihr zweites Kind bekommen. Das Format läuft bei RTL2 am Mittwochabend in der Babyschiene, es folgen ihm noch Die Babystation: Jeden Tag ein kleines Wunder und Wunschkinder. 

Angelina (15) & Joel (16) bei Teeniemütter  (https://www.derwesten.de/staedte/nachrichten-aus-wesel-hamminkeln-und-schermbeck/angelina-15-und-joel-16-aus-schermbeck-in-doku-soap-id12171246.html)