Ich hasse den Adel. Es gibt keine überflüssigere Klasse von Menschen. Sie haben keine Aufgabe und verdienen kein Interesse und es bleibt mir ein Rätsel, dass Menschen sich für ihre Geschichten immer noch interessieren, auch wenn sie, Gott und diversen Revolutionen und Umbrüchen gedankt, heute in den meisten Ländern der Welt keine andere Aufgabe mehr haben, als gegen den Pavillon der Türkei auf Weltausstellungen zu pinkeln, spektakulär zu heiraten und sich ebenso spektakulär scheiden zu lassen. Ich müsste daher eigentlich maßlos irritiert von der Tatsache sein, dass mir die britische Serie Downton Abbey, die derzeit in der fünften Staffel im britischen Fernsehen gezeigt wird, so gut gefällt und ich mir mit großer Freude derzeit die vierte Staffel auf DVD anschaue. Die Irritation löst sich aber auf, wenn ich mir die vielen Gründe vor Augen führe, die erklären, warum mir die Serie so gut gefällt.
TV Kultur und Kritik
ist im Rahmen einer Übung im Fach Medienwissenschaft an der Universität Regensburg entstanden. Der Blog versammelt Kritiken zu den unterschiedlichsten Facetten der Fernsehkultur, die von arte (Breaking Bad) bis RTLII (Die Geissens) reicht. Ziel ist es eine Kritik zu etablieren, die dem Wesen, der Rezeption und der Faszination für das Format gerecht wird. Wir sind offen für Beiträge, die die Auseinandersetzung mit dem Fernsehen erweitern.
Donnerstag, 15. Januar 2015
Dienstag, 13. Januar 2015
Frauentausch: (Un-)lustig um jeden Preis
von Lyubov Walth
Zitate
wie „Für mich ist wichtig gesundes Essen, frisches Essen, weil es gesund ist.
Für meine Kinder kanns schon mal aus der Dose sein.“ , „Bio ist für mich
Abfall“ , „Wurst und Brot haben keinen Zucker, deswegen machen sie auch nicht
dick“ haben sie berühmt gemacht. Regelmäßige Zuschauer der Sendung wissen
vermutlich um wen es sich handelt: die Rede ist natürlich von Nadine, die den
Spitznamen „die dümmste Frau der Welt“ trägt. Im Jahr 2011 hat die arbeitslose
Nadine, die ihre Kinder hauptsächlich mit gesunder Wurst und vitaminreichem
Erdbeerkäse füttert, die Rolle mit einer Ökö-Mutter getauscht, die ihre Familie
mit Kräutern und Gemüse aus dem eigenen Garten ernährt. In dieser Folge
verblüffte die Tauschmutter die Zuschauer nicht nur mit kuriosen Kochkünsten
und mangelnden Lesefähigkeiten, sondern auch mit zahlreichen anderen dubiosen
Aktionen.
»Scheidung muss nicht bedeuten, dass das Experiment gescheitert ist.«
Kein Kuss beim Jawort, kein Sex in der
Hochzeitsnacht. SAT. 1 prüde Neu-Definition von Ehe in der Sendung Hochzeit auf den
ersten Blick
von Tim Ende
Das
Konzept der Sendung Hochzeit
auf den ersten Blick, deren erste Folge am 16.11.2014 auf SAT. 1
ausgestrahlt wurde, ist so provokant wie einfach. Ein Mann und eine Frau geben
sich auf dem Standesamt das Jawort. Daran ist nichts Neues, das Besondere bei
dieser Trauung sind jedoch die Umstände. Passend zum Namen der Sendung geschieht
die Trauung, ohne dass sich die Partner je zuvor gesehen haben. Ähnlich wie ein
Blind Date – bloß auf einem höheren Level.
Donnerstag, 8. Januar 2015
Sherlock - Neuauflage eines Kultdetektivs
von Katharina Habler
Nikotinpflaster
statt Pfeife, Stilikone statt Klischeedetektiv. Was das Erfolgsduo Mark Gatiss
und Steven Moffat anpackt, verwandelt sich in der Serienwelt nicht selten zu
purem Gold. So auch ihr Neuentwurf der Kultfigur Sherlock Holmes, den die
beiden im London des 21. Jahrhunderts inszenieren. Pointiert, clever,
spannend und mit einem Augenzwinkern beleben Moffat und Gatiss die Abenteuer
des Detektivs wieder und schinden beim Fernsehpublikum mit einem exquisiten
Zusammenspiel aus bildgewaltiger Inszenierung und ästhetischer Detailliebe
Eindruck. Diese Mischung verleiht der Serie ihre ganz eigene moderne und
zugleich nostalgische Bildsprache.
Mittwoch, 7. Januar 2015
Das Lied von Manuel auf ZDF Kultur: Fernsehen das wehtut und die Macht der Populärkultur
von Herbert Schwaab
Die Veränderung der Sendelandschaft und die Vervielfältigung der Kanäle durch Digitalisierung mögen dazu führen, dass sich die kulturelle Rolle des Fernsehens verändert und es immer schwieriger wird, eine Fernsehgeschichte zu schreiben, die sich über bedeutende, von vielen Menschen erinnerte Momente definiert. Es wird immer schwieriger für das Fernsehen, zum Bezugspunkt eines kollektiven Gedächtnisses zu werden, weil nicht mehr gesichert ist, dass sich Menschen an dasselbe erinnern werden.
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